Die Zahl "3" im Kölner Karneval

Die 3 im Kölner Karneval Seit alters her hat die 3 eine magische, mystische Bedeutung in Religion, Volksglauben, Gesellschaft, in nahezu allen Lebensbereichen. Die alten Ägypter verehrten Isis, Osiris und Horus als die höchsten Gottheiten. Im christlichen Glauben hat sich die Dreifaltigkeit Vater, Sohn und Heiliger Geist manifestiert. Die Heilige Familie gilt als Idealbild: Vater, Muter, Kind. Kardinaltugenden sind Gerechtigkeit, Mäßigkeit, Großzügigkeit. Auf Golgatha standen drei Kreuze; Jesus ist am dritten Tage von den Toten auferstanden. Die päpstliche Krone ist eine dreifache: die Tiara.

Die Mathematik wird beherrscht von Dreieck und Dreisatz, Demokratien zeichnen sich durch die Dreiteilung der Gewalten aus. Trilogie ist in der Musik zu Hause, mittelalterliche Altäre sind häufig als Tryptychon gearbeitet.

Sport kennt den Dreisprung, den Dreikampf, Triathlon. Der Volksmund spricht von „aller guten Dinge sind drei“, „nicht bis drei zählen können“, „ewig und drei Tage“, „drei Kreuze schlagen“, und das Symbol der Schweigsamkeit sind die drei Affen: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.

Die cleveren Kölner haben in Kenntnis der Bedeutung der „Drei“ die Zahl gnadenlos für sich vereinnahmt. Auch und besonders im Karneval.

Zunächst wurden in Mailand Gebeine entwendet, die Gebeine der Heiligen Drei Könige, der Magier aus dem Morgenland. Ihnen bauten die Kölner eine gotische Kathedrale und verdienten an zahlreichen Pilgern und dem regen Handel mit Reliquien viel Geld.

Im Karneval glänzt Köln natürlich über allem: Andere Städte haben einen Prinzen oder ein Prinzenpaar, Köln jedoch ragt darüber hinaus. Es hat ein Dreigestirn, ein Trifolium, Prinz, Bauer und Jungfrau und ist damit die karnevalistische Hochburg.

Während der Karnevalssitzungen wird jeder Beitrag mit „dreimol vun Hätze Kölle alaaf“ oder mit einer dreistufigen Rakete gewürdigt. In den Straßen wird mit Inbrunst „dreimol null es null bliev null“ (Pisa lässt grüßen) geschmettert. Und drei tolle Tage? Doch nicht in Köln. Damit begnügt man sich in Zentrum des Karnevals nicht. Nein 2 x drei tolle Tage müssen es sein: Weiberfastnacht, Karnevalssamstag, Karnevalssonntag, Rosenmontag und Veilchendienstag. Und klammheimlich noch Aschermittwoch, an dem man nach dem Abholen des Aschenkreuzes die Kneipen zum Fischessen aufsucht, um sich von den tollen Tagen zu erholen.

Man sieht, die Kölner haben die 3 voll verinnerlicht. Und der Erfolg gibt ihnen Recht. Wie zur Zeit der Pilgerfahrten der Dom ein Magnet war, so lockt heute der Kölner Karneval Millionen von Menschen an und füllt die Kassen. Clever, nicht wahr?

 

 

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