Toleranz im Kölner Karneval

Toleranz und Kölner Karneval
Der Kölner rühmt sich seiner Toleranz gegenüber allem Anders-/Fremdartigem. Das gilt insbesondere für den Karneval. Heute trifft das sicherlich zu, wenn man bedenkt, dass die Frage der geschlechtlichen Orientierung auch beim Dreigestirn keine Rolle – mehr – spielt. In zahlreichen Liedern wird die Toleranz besungen. “Drink doch eine met“ (trink doch einen mit) richtet sich nicht nur an Kölner sondern an alle, auch an Imis. Das Stammbaumlied der Bläck Fööss, wonach der Kölner letztlich eine Mischung aus Germanen, Römern, Juden, Moslems, Franzosen, Belgiern, Italienern und vielen anderen Ethnien ist, spricht Bände. Jeder kann den Karneval nach seiner Fasson feiern, vorausgesetzt er hält sich an die Regeln des Anstandes und der Rücksichtnahme aufeinander. Nicht umsonst gilt im Karneval der Spruch: Von Zoten frei den Narretei. Hieran halten sich in aller Regel Redner und Gesangsgruppen des Karnevals, wenngleich hin und wieder kleine Andeutungen erlaubt sind. Bei grober Verletzung der Anstandsregeln ist es in der Vergangenheit durchaus vorgekommen, dass ein Sitzungspräsident einen Vortragenden der Bühne verwiesen hat.



Toleranz hat den Kölner Karneval aber nicht immer begleitet. Aus einschlägigen Veröffentlichungen ist zu erfahren, dass insbesondere zu Beginn des organisierten Karnevals, also nach 1823, die damals auftretenden Offiziellen nicht immer zimperlich miteinander umgegangen sind. Neid und Missgunst waren nicht selten. Manches Mal musste der Kölner Stadtrat schlichtend und ordnend eingreifen.

Eine üble Periode der Intoleranz erlebte der Kölner Karneval zur Zeit des Nationalsozialismus. Schmähreden auf Juden und Homosexuelle waren auf der Bühne hoffähig. Selbst in Karnevalszügen wurden besonders die Juden vorgeführt. Erst allmählich konnte sich der offizielle Karneval nach dem Kriege von dieser Hypothek befreien und distanzieren.

Heute wird im Karneval weder nach der Religion, der Hautfarbe, der sexuellen Orientierung noch nach der Herkunft gefragt. Gut so, denn „jeder Jeck es anders“.

<<< Hier finden Sie Informationen zum Kölner Karneval >>>


Das Thema dieser Seite ist Toleranz im Karneval