Kölner Karneval in der Nachkriegszeit

„Se krijje uns nit kapott“ - So oder ähnlich dachten die Kölner nach Ende des 2. Weltkrieges, nach dem unendlichen Leid und trotz der fast vollständig zerstörten Domstadt. Die Sehnsucht nach Feiern, Freude und Frohsinn war nach den dunklen Jahren übermächtig.

Und so regte sich schon bald in den Trümmern der Stadt allenthalben karnevalistisches Treiben. Mangels geeigneter Räume wurde im Zelt des Zirkus Williams gefeiert. Man  verkleidete sich wieder und räumte dafür alle Schränke aus; man zog das über, was vom Krieg verschont geblieben war: Opas alter Gehrock, Omas uralten Hut, zerschlissene Beinkleider oder selbst genähte Lappenkostüme. Hauptsache jeck.

Man widersetzte sich den Anordnungen der Besatzungsbehörden, die jedes Narrentreiben untersagt hatten und trank sich Mut an mit selbst gebrannten Schnäpsen: Knolli-Brandy (Knollenschnaps), Pflaumenschnaps und Gerstensud. Selbst eine eigener Hymne wurde erfunden: Das Trizonesien-Lied, das Lied auf die 3 Besatzungszonen, in denen man nun leb en musste.

Langsam formierte sich auch wieder der organisierte Karneval. So zog 1949 schon der erste Rosenmontagszug nach dem Krieg durch die Stadt. Anstatt auf Tribünen, wie heutzutage, stand man auf den Trümmern, die den Zugweg säumten. Das tat der Freude keinen Abbruch.

Im Gegenteil: Man war froh, endlich wieder in Frieden feiern zu können.

Wagen Rosenmontagszug 1950

Seltenes Farbfoto aus dem Kölner Rosenmontagszug 1950
mit der "Flönz"-Fahne.

 

 

 

Wagen Trizonesien 1950

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Kölner Karneval * Nachkriegszeit * 1949 * Karneval in der Nachkriegszeit