Geschichte des Kölner Karnevals

Der bürgerliche Karneval (1844 bis 1888)


 


Der bürgerliche Karneval (1844 bis 1888)


1844 --- Zwei Mottos: Die Großjährigkeit des Hanswurstes als Stellvertreter des Helden Carneval (Große KG) / Hanswurst als Emanzipierter (Allgemeine KG)

Es kommt zur Spaltung des Comités, die nicht einmal der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. beizulegen vermag. Diesmal ist die Spaltung endgültig. Grund sind das aufblühende Bürgertum und die beginnende Industrialisierung. Bürger und Handwerker wollen unterschiedlich feiern. Damit gehört der romantische Karneval der Vergangenheit an. Es gibt keinen einheitlichen Rosenmontagszug. Es ziehen zwei verschiedene Züge durch die Stadt mit jeweils eigenem Motto.


1845 --- Erneut zwei Mottos: Der Conkurs-Congreß aller Vereine (Große KG) / Hanswurstliche Kirmes (Allgemeine KG)

Nochmals gibt es zwei Züge.


1846--- Die hanswurstliche Colonie an der Weinküste

Es gibt wieder einen einheitlichen Zug unter der Regie der Allgemeinen Karnevalsgesellschaft.


1847 --- Jubelfeier der 25jährigen Thronbesteigung des Helden Carneval

Jetzt veranstaltet die Große Carnevalsgesellschaft von 1823, die auch das Comité verkörperte, wieder den Zug.


1848 --- Das tag- und nachtvolle, das heißt gescholtene oder Schaltjahr 1848

Im Revolutionsjahr hat man sich wieder zusammengerauft und die Vorbereitung ist im vollen Gange als es in Paris zur Februarrevolution kam. Es erheben sich Stimmen, die mit Rücksicht auf die ernste Lage es nicht passend finden, in diesem Jahr den Karneval öffentlich zu feiern. Der Feier findet schließlich doch statt. Der Rosenmontagszug ist aber klein und zeugt nur von wenig Inspiration. Das Wetter ist allerdings gut. Es scheint die Sonne.


1849 --- Die Reise nach Californien

In Köln gibt es mittlerweile sechs Karnevalsgesellschaften: Die Große KG, die 1844 gegründete Allgemeine KG, das 1846 gegründete “Bürger-Komitee”, die 1847 entstandenen Vereine “Rosenfarben Blau-Montags-Kränzchen” und die “Caecilien-Karnevals-Gesellschaft” sowie das im Jahre 1849 gegründete “Hanswurstliche Kasino”.


1850 --- Narren-Reichstag

Die Reaktion vermiest den Kölnern die Lust am Karneval. Zu allen Veranstaltungen macht


1851 --- kein Zug: Preußische Zensur

Der Karneval fällt aus, da die Polizei befürchtet, im Karneval könnten sich staatsgefährdende Elemente verbergen.


1852 --- Ich hab‘s gewagt - Kappenfahrt

Der Rosenmontagszug ist immer noch verboten. Es findet aber eine Kappenfahrt statt.

In diesem Jahr gründet sich die Große KG Greesberger.


1853 --- Zug ohne Idee und Motto

Es ging wieder ein Zug, aber es fehlt die Organisation. Vermutlich ist es wie 1852 nur eine Kappenfahrt allerdings ohne Motto.


1854 --- Große hanswurstliche Industrie-Ausstellung

Es gibt wieder ein Zugmotto.


1855 -- Zug ohne Motto (nach anderer Darstellung war das Motto: „Ein aus dem täglichen Leben genommenes witzreiches Allerlei“)


1856 --- kein Zug


1857 --- kein Zug

Eintrittskarte Maskenball im Gürzenich aus dem Jahre 1850

Die Karikatur auf der Eintrittskarte zum Maskenball 1850 thematisiert die lokale Auseinandersetzung im Kölner Karneval.


1858 --- Train de Plaisier - der Freudenzug nach der rheinischen Zentralstation

In den letzten Jahren ist eine Vorliebe entstanden, im Zug auch neue technische Errungenschaften wie die Eisenbahn abzubilden. 1858 gründet sich in Köln eine KG unter dem Namen “Train de Plaisir” mit 400 Mitgliedern, die sich beim Eintritt in die KG verpflichten müssen, auch aktiv am großen Maskenzug teilzunehmen.

Der Zug ist prächtig, das Wetter ebenfalls. Mit dem Rosenmontagszug, der unter dem Motto des Vereinsnamens geht, feiert man den Bau des ersten Kölner Hauptbahnhofs. Den Zug eröffnet eine Lokomotive, in “Lebensgröße” aus der Fabrik von “Kuletschhoot und Ko. in Manchester” und getauft “Köln Nr. 11”. Der Führer ist ein Pierrot, der Heizer ein Harlekin und aus dem Kamin lugt ein allerliebster, äußerst beweglicher und lustiger Hanswurst hervor.

Die Namen der Personen, die die Hauptfiguren verkörpern, liegen immer noch im Dunkeln.

Maskenball 1858

Zeichnung vom Maskenball 1858 im illuminierten Gürzenich.

Fußgruppe von 1858

Entwurf für eine Fußgruppe im diesjährigen Maskenzug

 

 

 

 


1859 --- Napoleon und seine Franzosen

Die Namen der Personen, die die Hauptfiguren verkörpern, liegen immer noch im Dunkeln


1860 --- Carnevals-Congreß von 1860


1861 --- kein Zug

Wegen Landestrauer um König Friedrich Wilhelm IV. fällt der Zug aus. Es gibt aber einen Helden, der am Karnevalssamstag mit seinen Anhängern in einem Geisterzug durch die Stadt zieht.


1862 --- Narren-Landtag I


1863 -- Narren-Landtag II

Prinz Karneval 1863


Held Ludwig Ebeler sen.
Architekt
Grosse KG von 1823

Bauer unbekannt

Jungfrau Anton Leinen
Architekt
Grosse KG von 1823

Der Held fährt im Rosenmontagszug zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Fürstin Venetia, in einem sechsspännigen Wagen.


1864 --- Maskenzug, aber ohne Thema

Held Johann Josef Fischer
Justizrat, Stadtverordneter
Grosse KG von 1823

Bauer und Jungfrau nehmen nicht am Zug teil.

Der Rosenmontagszug geht ohne Motto durch Köln.

Der diesjährige Held Carneval Johann Josef Fischer war bekannt aufgrund seiner genauen Kenntnisse der kölschen Sprache. Er plädierte vor Gericht nur auf Kölsch, was damals nicht ungewöhnlich war.



1865 --- Strauß bunter Ideen

Held Jean Klein
Metzgermeister
Grosse KG von 1823

Bauer und Jungfrau unbekannt.

 


1866 --- Hanswurstliche Industrie-Ausstellung

Als Held war Gustav Boisserée vorgesehen. Er erkrankte jedoch zwei Tage vor Karneval. Es konnte schnell Ersatz gefunden werden.

Held Albert Stöckel
Schauspieler
Grosse KG von 1823

Von Bauer und Jungfrau ist nichts bekannt

Die Stadt bezuschusst den Karneval mit 500 Talern, so dass ausgiebig gefeiert werden kann.

 


1867 --- Prinzessin Venetia beim Helden Karneval

Held Jacob Aleff
Viehkommissionär
Grosse KG von 1823

Von Bauer und Jungfrau ist nichts bekannt.

Der Karneval wird sehr verhalten gefeiert, da die Cholera in Köln grassiert und bereits viele Todesopfer gefordert hat. Der Rosenmontagszug fand trotzdem statt - wenn Regens allerdings erst am Karnevalsdienstag.

In diesem Jahr: Gründung der KG Blomekörfge, der ältesten Familiengesellschaft im Kölner Karneval. Der Ursprung des Blomekörfge war ein Gesangsverein mit einem gemischten Chor, aus dem heraus sich die Karnevalsgesellschaft gründete.

 

Komitee-Sitzung 1866

Zeichnung einer Komitee-Sitzung aus dem Jahre 1866 mit Elferrat und Büttenredner.

Kleiner Rat 1866

Bild des Kleinen Rates von 1866


1868 --- kein Zug: wegen Unwetter

Prinz Karneval 1868

Held Peter Stollwerck
Inh. der Firma Gebrüder Stollwerck
Grosse KG von 1823

Bauer Heinrich Stollwerck
Betriebsleiter der Firma Gebrüder Stollwerck
Grosse KG von 1823

Eine Jungfrau gab es nicht


Dieses Jahr ist ein mageres Karnevalsjahr: Die Stadt lehnt es in diesem Jahr ab, den Karneval zu bezuschussen. Der Rosenmontagszug fällt wegen sintflutartiger Regenfälle aus.

Die Hauptpersonen des Zuges diesen Jahres sind die Brüder Stollwerck, wovon einer den Helden spielte. Die Stollwercks sind nicht irgendwer: Ihr Vater ist der berühmte Schokoladenfabrikant Franz Stollwerck.

 


1869 --- Verherrlichung des Weinjahres 1868

Held Heinrich Hennekens
Kölnisch-Wasser Fabrikant und Spirituosenhändler
Grosse KG von 1823

Der Name des Bauern ist unbekannt, eine Jungfrau gab es nicht.

In diesem Jahr gelingt es wieder einen Zuschuss von der Stadt zu bekommen. Auch die Kölner Bürger spenden reichhaltig für ihren Maskenzug. Es wird das vergangene gute Weinjahr verherrlicht. Die Themen rankten sich um den Wein (siehe etwa auf dem nachfolgenden Bild des Zuges das überdimensionale Weinfass hinten links):

Maskenzug 1869

Die “Roten Funken” - eine Persiflage auf die alten Kölner Stadtsoldaten und eine Parodie alles Militärischen - waren fast fünfzig Jahre lang angegliedert an die Großen KG, bis sie 1869 ihren eigenen Karnevalsverein gründen. Bis dahin waren sie jedes Jahr von einer Anzahl junger Leute dargestellt worden oder es meldete sich irgendein Klub "för de Funke ze maache". Das einzige, was zu dieser Zeit Beständigkeit hatte, war ihr Kommandant, der Generalfeldmarschall "Tünn vun Dür" alias der Schlossermeister Anton Reintgen aus Deutz, der über lange Jahre zu einer typischen Figur im Rosenmontagszug geworden war. Als Ferdinand Hellmers Kommandant wird, gründet er eine ständige Gesellschaft: "Die Funken-Infantrie" = rote Funken.

Anmerkung: Die Roten Funken selbst meinen, sie seien bereits früher gegründet worden (siehe hier). Die Geschichte der Funken ist jedoch ungesichert.


1870 --- Die Eröffnung des Suezkanals

Prinz Karneval 1870

Held Julius Thomas
Agentur für Weine und Champagner der Firma Heidsieck und Cie
Grosse KG von 1823

Die Namen von Bauer und Jungfrau sind unbekannt.

Seit 1870 existiert das Kölner Dreigestirn als Einheit, auch wenn es erst seit 1938 offiziell als „Dreigestirn“ bezeichnet wird.

Im Jahr 1870 formieren sich zudem die Blauen Funken - genauer die „Kölner Funken – Artillerie blau-weiß von 1870 e.V.“ - nach dem Vorbild der leichten berittenen Feldartillerie, die Friedrich der Große in der preußischen Armee eingeführt hat. Sie unterscheiden sich dadurch von den Kölner Stadtsoldaten, die bereits seit 1823 als "Rote Funken" im Kölner Karneval eine wichtige Rolle spielten.

Nach ihrer Gründung wollen die Funken natürlich auch im diesjährigen Rosenmontagszug mit marschieren, doch die Roten Funken stellen sich quer: Zwei Funkenabordnungen im Zug, das ist für sie ein unvorstellbarer Gedanke. Das Festkomitee schließt sich dieser Meinung an und so soll nur eine Funkentruppe im „Zoch“ vertreten sein. Damit wollen sich die Blauen Funken nicht abfinden: Sie hecken eine List aus und versammeln sich an einem Punkt des Zugwegs. Als der Rosenmontagszug um die Ecke biegt, setzten sich an die Spitze. Die Zuschauer sind begeistert über das Husarenstück und applaudieren kräftig. Die Spitze ist seitdem der traditionelle Platz der Blauen Funken im Zoch.


1871 --- kein Zug: Krieg mit Frankreich, Verkleidungsverbot, nur Karnevalssitzungen


1872 --- kein Motto

Prinz August Metz
Mitinhaber des Dom-Hotels
Grosse KG von 1823

Die Namen von Bauer und Jungfrau sind nicht bekannt.

Nach dem Krieg 1870/71 wird aus dem Helden Carneval in Anlehnung an den preußischen Kaiser offiziell der Prinz Karneval, nachdem bereits in früheren Jahren die Bezeichnung als Prinz aufgekommen war. Möglicherweise ist der Titel ´Held´ für eine Karnevalsfigur nach dem Krieg von 1870/71 unpassend, da man ihn als Persiflage auf die Gefallenen bzw. auf den Kult um die Gefallenen verstehen kann.

Der Zug steht ganz im Zeichen des Sieges über Frankreich. Ein von vier Pferden gezogener Wagen präsentiert die Germania. Auch eine Kanone der Fa. Krupp wird dargestellt. Weitere martialische Gestalten aus Geschichte und Mythologie werden mitgeführt. Der sechsspännige Prachtwagen des Hanswurst ist symbolreich geschmückt: Auf den vier Ecken angebrachte preußische Adler, sodann die allegorischen Figuren und Wappen von Elsaß und Lothringen und eine den Wagen umgebende Schaar von Engeln. Der Wagen gipfelt in einer mächtigen Kaiserkrone, in deren Mitte Prinz Carneval mit zwei kleinen hanswurstlichen Sprösslingen thront, unaufhörlich reiche Gaben seiner Hand nach allen Seiten spendend.


1873 --- Die Jubelfeier der Reform von 1823

Prinz Andreas Hennekens (Bruder von Held 1869)
Kölnisch-Wasser Fabrikant und Spirituosenhändler
Grosse KG von 1823

Die Namen von Bauer und Jungfrau sind unbekannt.

 

Der reformierte Karneval feiert sein 50jähriges Jubiläum. Allerdings haben die Karnevalisten Pech: Der Rosenmontagszug leidet in diesem Jahr unter einem schweren Schneegestöber und schneidender Kälte. Schließlich stoppen die Schneeverwehungen den Zug.

 

 

 

 

 

Schmucktafel 1873

1874 --- Närrische Universität

Prinz Karneval 1874

Prinz Anton Leinen
Architekt
Grosse KG von 1823



Die Namen von Bauer und Jungfrau sind unbekannt. Auch Venetia war wieder mit dabei, sein Name aber ebenfalls unbekannt.

 

Anton Leinen, der Prinz Karneval, hatte schon 1863 die Jungfrau dargestellt.


1875 --- Närrische Lebensversicherungsanstalt

Held Carneval 1861

Prinz Fritz Hönig
Firma für Feuerlöschgeräte und Mundartforscher
Grosse KG von 1823

Bauer Fritz Böhle
Handelsvertreter
Grosse KG von 1823

Jungfrau Jacob Dreesen
Verwaltungsangestellter, Schriftsteller (hauptsächlich Mundart)
Grosse KG von 1823

Der Rosenmontagszug hat in diesem Jahr mit Schneefall zu kämpfen. Auch Venetia, die wunderhold anzuschauende Erkorene, ist wieder mit dabei. Sie und der Prinz Karneval bilden - wie gewohnt - ein echtes Traumpaar.


1876 --- Internationale Gartenbau - Ausstellung

Prinz Ferdinand Hellmers
Beruf unbekannt
KG Eureka

Bauer Heinrich Fuchs
Brauereibesitzer und Wirt
Grosse KG von 1823

Jungfrau Ludwig Koerfer
Wein- und Sektgroßhändler
Gesellschaft unbekannt

Zug geht ohne Idee und Motto.


1877 --- Festspiel der Nibelungen

Prinz Laurenz Blatzbecker
Bauunternehmer
Rote Funken



Die Namen von Bauer und Jungfrau sind nicht bekannt.

 

 

 

 

PrinzKarneval1877

1878 --- König Wein

Prinz Louis Steinert
Besitzer einer Hopfenhandlung
Ges. unbekannt

Bauer unbekannt

Jungfrau Diedrich Hönig
Rechnungsrat bei der Köln-Mindener Eisenbahn
Grosse KG von 1823


1879 --- Einzug der Prinzessin Isabella

Prinz Karneval 1877

Prinz Franz von Geisten
ohne Beruf, lebte von einer Erbschaft
Grosse KG von 1823

Bauer unbekannt

Jungfrau Gisbert Erkens

Die Prinzessin Isabella wurde von Peter Prior dargestellt.

 

 

 

 

 


1880 --- Bunter Blumenstrauß

Prinz Karneval 1880

Prinz Heinrich Hollmann
Dekorationsmaler
Grosse KG von 1823

Bauer Johann Kirsch
Delikatessen- und Seefischhandlung
Grosse KG von 1823

Jungfrau Name unbekannt

Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage gibt es von den Stadtvätern keinen Zuschuss zum Rosenmontagszug. Da die Kölner ihren Karneval aber schätzen, treffen von überall Spenden ein. Zudem veranstaltet die Große Carnevalsgesellschaft Feste, deren Erlös dem Rosenmontagszug zu Gute kommt. Der Rosenmontagszug kann daher trotz der Schwierigkeiten ziehen - und ist tatsächlich - wie das Motto ankündigt - ein wahrhaft "bunter Blumenstrauß".

Es gibt viele Inspirationen aufgrund der in diesem Jahr erfolgenden Vollendung des Baus des Kölner Doms.

In diesem Jahr: Gründung der Kölner Narren-Zunft.


1881 --- Musik aus allen Ländern

Prinz Albert Mertés
Inh. einer Hutfabrik
Grosse KG von 1823

Bauer Carl Wagner
Juwelier
Grosse KG von 1823

Jungfrau Herr Junkermann
Beruf unbekannt
Grosse KG von 1823

Kein Zug. Grund: Starkes Schneetreiben


1882 --- Jan und Griet

Prinz Josef Trimborn
Sohn einer Advokatenfamilie mit großen Ländereien in Kalk Bürgergesellschaft Köln von 1863
Josef Trimborn war der erste Prinz aus dem rechtsrheinischen Köln.

 

Bauer Josef Vieten
Teilhaber der Holzhandlung Vetter und Vieten
Grosse KG von 1823

Jungfrau Friedrich Josef Brodt
Weinbauer
Ges. unbekannt

Der Kölner Rosenmontagszug des Jahres 1882 steht unter dem Motto “Jan und Griet” und ist in zwei Teile unterteilt: Der erste Teil stellt “Episoden aus der vaterländischen Geschichte” dar. Ihm liegt das (erfundene) Epos von Jan und Griet zugrunde, das Wolfgang Müller gedichtet hat. Der zweite Teil ist dann der karnevalistische und humorvolle Abschnitt.

Aus der Grossen KG von 1823 heraus gründete sich 1882 die Große Kölner KG.

Wagen Jan und Griet 1882

Wagen von Jan und Griet im Jahre 1882


1883 --- Thema unbekannt

Prinz Heinrich Brunhuber
Teilhaber der Häute- und Lederhandlung Gebrüder Neumann
Grosse KG von 1823

Bauer Josef Geuer
Beruf unbekannt
Grosse KG von 1823

Jungfrau Jean Frankle
Beruf unbekannt
Grosse KG von 1823

Ab 1883 werden Prinz, Bauer und Jungfrau eine Einheit und treten gemeinsam auf. Der Prinz wird erstmals Tollität genannt.

Durch die Spaltung der Grossen KG gehen zwei Züge ohne Motto durch die Stadt. Der Zug der "Großen Karnevalsgesellschaft" als Rosenmontagszug und der dienstags der Zug der "Großen Kölner Karnevalsgesellschaft".

In diesem Jahr: Gründung der KG Alt-Köllen.


1884 --- Das Weinjahr 1883

Prinz Karneval 1884

Prinz Karl Kracht
Hotelier im elterlichen Hotel Ernst
Grosse von 1823

Bauer Fritz Saurenhaus
Kaufmann Colonialwaren und Kaffeerösterei im Mülheim am Rhein Stadtverordneter in Mülheim
keine Gesellschaft

Jungfrau Robert Schaeben
Kölnisch-Wasser Fabrikant (Bes. der Firma Klosterfrau)
Gesellschaft unbekannt

Der Zug wird vorverlegt auf den Karnevalssonntag. Man feierte das vergangene gute Weinjahr.


1885 --- Held Carneval als Kolonisator

Kölner Karneval 1885

Held Carneval setzt einem "Wilden" die Narrenkappe auf.


Dieses Jahr geht es um Afrika. 1884 und 1885 entwickelt sich Köln ein regelrechtes „Afrikafieber“: Viele Kölner haben mit großem Interesse die Reiseberichte des Geographen und Ethnologen Wilhelm Joest gelesen, die als Artikel in der Kölnischen Zeitung erschienen waren. Dieser hatte ein ganzes Jahr lang das südliche und östliche Afrika bereist. Im April 1884 hatte zudem ein Schutzbrief Bismarcks die erste Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika besiegelt; im Juli folgten Schutzbriefe für die deutschen Kolonien Kamerun und Togo. Und im November 1884 begann in Berlin die Kongo-Konferenz.

Interessanter Artikel zu diesem Rosenmontagszug: hier.

Prinz Heinrich Kaufmann
Kaufmann
Grosse KG von 1823

Bauer und Jungfrau sind unbekannt

Mit diesen ungewohnten politischen Gegebenheiten machen die Kölner ihre Späße. Das Zugmotto 1885 lautet: „Held Carneval als Colonisator“. In jenem Jahr erleben die Zuschauer einen äußerst ungewöhnlichen Rosenmontagszug: Die Teilnehmer des Zuges sind fast ausschließlich schwarz - Schuhcreme sei Dank.

Kölner Dreigestirn 1885


1886 --- Die vier Jahreszeiten

Prinz Karneval 1886

Prinz Ludwig Deichmann
Kaufmann
Blaue Funken

Bauer Karl Giebmans
Mitbegründer und Inhaber des Luisensaals
(Theater und Varieté)
Kölner Narren-Zunft

Jungfrau Josef Klaus
Kommissionshändler
Vetter von Karl Giebmans, ohne Verbindung zum Karneval

 

 

 

 


1887 --- Die größten Volksfeste der bedeutendsten Culturvölker

Kölner Dreigestirn 1887

 

 

Prinz Werner Gartzen sen.
Inhaber einer Möbelfabrik, sollte den Prinz darstellen erkrankte jedoch vor den Karnevalstagen schwer. Er ließ sich daraufhin von seinem Sohn vertreten.

Werner Gartzen jr. (19 Jahre)
Ab 1889 Besitzer und Direktor des Kaiserhofs (Varieté)
Blaue Funken

Bauer Matthias Haas
Inhaber eines Herrenkonfektionsgeschäfts
Blaue Funken

Jungfrau Johann Heukeshoven
Mitinhaber einer Marmorhandlung
Blaue Funken

Die Stadt Köln bat darum, dem Rosenmontagszug ausfallen zu lassen, da Rosenmontag Wahlen stattfinden, und man um die öffentliche Ordnung fürchtete. So findet er am Sonntag statt unter dem Motto: „Volksfest der Kulturvölker“.


1888 --- Köln in alter und neuer Zeit

Prinz Franz Depenheuer (war erneut 1902 Prinz)
Fabrik für Eisenkonstruktionen
Grosse KG von 1823

Bauer Herr Durst jr. (nur der Name bekannt)

Jungfrau Herr Rott (nur der Name bekannt)

In diesem Jahr findet sich zunächst kein Prinz bis Franz Depenheuer einspringt. Dies tat er nicht nur in diesem Jahr, sondern auch 1902.
















Festheft Karneval 1888

 

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<<< Hier finden Sie Informationen zum Karneval >>>


Das Thema dieser Seite ist die Chronik des Kölner Karnevals


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